U-Boote – die technischen Wunderwaffen der Tiefsee

von Lenora Schreiner am 28.02.2020 / in Allgemein

Sie sind auf allen Weltmeeren gefürchtet, im Einsatz sind sie stille Killer und ihr Atomwaffenarsenal ist noch abschreckender als ihre dunkle Silhouette: U-Boote sind so etwas wie die Wunderwaffe der Kriegsmarine. Unter der Oberfläche verborgen können sie bis tief in feindliches Gewässer eindringen. Von den Grauen Wölfen bis hin zu den schwimmenden Städten der US-Navy ist das U-Boot ein Faszinosum der Weltmeere.

Dieser Überblick wirft einen Blick unter die Wellen in die tiefe Heimat der U-Boote.

Die Geschichte des U-Boots – von der Turtle zur Virginia-Klasse

Historisch sind U-Boote deutlich älter, als viele vermuten würden. Bereits 1776 setzten die Amerikaner ein erstes, primitives U-Boot ein. Die Turtle würde man heute eher als Tauchkapsel beschreiben und auch ihr Einsatz schlug fehl, doch ihre Fähigkeiten bewies die kleine Kapsel dennoch.

Im Ersten Weltkrieg machte die Industrialisierung der Frontlinie auch vor U-Booten nicht halt. Einen tragischen Höhepunkt fand die Entwicklung mit der Torpedierung eines amerikanischen Passagierschiffes durch ein deutsches U-Boot. Die Kriegsfähigkeit der U-Boote war auch maßgeblich von der Entwicklung der Torpedos vorangetrieben, ihrer Unterwasserwaffe. 

Nazi-Deutschland nutzte seine U-Boot-Flotte lange Zeit, um Großbritannien unter Blockade zu setzen, ehe die britische Navy ein Gegenmittel fand: Durch den Einsatz von Sonar ließen die Schallwellen der U-Boote sich orten. Entsprechend wurden U-Boote seither immer leiser – was vor allem den Einsatz der Motor-Technologie beeinflusste. Dieselmotoren erzeugen wie auch über dem Wasser viel Lärm. Kleinere U-Boote setzen daher auf Batterien und Brennstoffzellen, größere U-Boote wie die amerikanische Virginia-Klasse haben einen eigenen Atomreaktor als Antrieb und gehört zu den modernsten U-Booten der Welt

Die 2005 eingeführten Virginia-U-Boote sind schwimmende Festungen und Städte zugleich, sie können Torpedos und Marschflugkörper abschießen und über Druckkammern auch Spezialkräfte einsetzen. Raffinierter und kleiner sind U-Boote wie die japanische Soryu-Klasse, deren Antrieb ohne Außenluft funktioniert. Dies ermöglicht längere Tauchfahrten des Jagdbootes.

Großbritanniens Stolz unter den Wellen begeistert Technikfans vor allem durch seine Periskop-Technologie. Statt eines traditionellen Periskoprohres sieht das U-Boot durch elektro-optische Sensorik im Blickwinkel von 360 Grad. 

Die deutsche Marine ist auf besonders kleine U-Boote spezialisiert, die Klasse 212 A kann durch eine Motorkombination von Diesel, E-Motor und Wasserstoffbrennzelle wochenlang unter Wasser bleiben, die spezielle Beschichtung macht es für Sonar nahezu unsichtbar. 

Doch alle Stealth- und Antriebstechnik ist natürlich Makulatur, wenn die Bauteile der widrigen Umwelt im Wasser nicht widerstehen können. Dazu braucht es flexible und robuste Teilen wie Gleitlager. Besonders Bundbuchsen aus Kunststoff halten dem enormen Druck und der Korrosion des Salzwassers stand und müssen nicht gewartet werden, was sie für lange Fahrten und die harten Bedingungen prädestiniert.

Modernste Technik unter Wasser

Auch wenn die Entwicklung moderner U-Boote nach wie vor von militärischen Unterwasservehikeln vorangetrieben wird, ist es gerade die Wissenschaft, welche neue Anforderungen an die Technologie von U-Booten stellt. Forschungs-U-Boote mit ihren elaborierten Greifarmen und immer tieferen Tauchtiefen loten die Grenzen des technisch Machbaren mit jeder Generation neu aus. 

Ob nun aber für archäologische und biologische Zwecke unter Wasser oder als Instrument militärischer Dominanz: U-Boote faszinieren mit ihren technischen Besonderheiten und ihrer Fähigkeit, ihre Besatzung in eine unwirtliche Welt unter den Wellen zu entführen, in der kein Mensch überleben könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.